Aktuelle Themen aus dem Familienrecht


Vaterschaft

In der Praxis stellte sich häufig für Männer die Fragen, ob sie trotz anerkannter Vaterschaft in tatsächlicher Hinsicht der biologische Vater des von der Ehefrau oder Lebenspartnerin geborenen minderjährigen Kindes sind.

Ist die Vaterschaft einmal anerkannt, kann nicht ohne weiteres die Anfechtung derselben erfolgen. In der Vergangenheit kam es in der Regel sehr häufig vor, dass Väter privat Abstammungsgutachten in Auftrag gaben und dann, wenn nach Vorlage des Gutachtens sich herausstellte, dass die Kinder nicht von ihm abstammten, beim zuständigen Gericht ihre Vaterschaft in einem Verfahren angefochten haben.

Der Bundesgerichtshof hat in der Vergangenheit regelmäßig in solchen Fällen die Klagen abgewiesen, mit der Begründung, das die von den Väter vorgelegten Privatgutachten gerichtlich nicht verwertbar sind.

Der Gesetzgeber hat auch dieses Problem erkannt und in § 1598 a BGB geregelt, dass zur Klärung der leiblichen Abstammung eines Kindes der Vater jeweils von Mutter und Kind verlangen kann, dass diese in eine genetischen Abstammungsuntersuchung einwilligen und die Entnahme einer für die Untersuchung geeigneten genetischen Probe dulden. Die Probe selbst muss nach anerkannten Grundsätzen der Wissenschaft entnommen werden.

Gleiches Recht steht der Kindesmutter und dem Kind zu.

Soweit sich die Betroffenen weigern in die genetische Untersuchung zur Klärung der leiblichen Abstammung einzuwilligen, besteht die Möglichkeit für den Klärungsberechtigten einen Antrag beim zuständigen Familiengericht einzureichen. Das Gericht ersetzt in der Regel dann nach mündlicher Verhandlung eine nichterteilte Einwilligung und ordnet die Duldung der Probeentnahme an.

Wenn im Ergebnis des Verfahrens sich herausstellt das der vermeintliche Vater nicht der biologische Erbfolger des Kindes ist, kann er, soweit im übrigen die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, seine Vaterschaft, soweit er diese anerkennt oder diese Kraft Gesetztes entstanden ist (durch Eheschließung des Mannes mit der Kindesmutter) anfechten. Ein entsprechender Anfechtungsantrag ist bei dem zuständigen Familiengericht einzureichen.

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